Herbsttagung 2015: Universität Hamburg - Hochschule für Angewandte Wissenschaften - HafenCity Universität Hamburg

Zwischen Autonomie und Abhängigkeit - Beratung an modernen Hochschulen

                                  

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,

nach 22 Jahren findet endlich wieder eine GIBeT-Tagung in Hamburg statt. Das letzte Mal hat 1993 die Universität Hamburg unter der Leitung von Peter Figge die damalige „ARGE“ Tagung in Hamburg ausgerichtet – 2015 wird es eine Gemeinschaftsproduktion von drei Hamburger Hochschulen sein: Universität Hamburg, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) und HafenCity Universität (HCU). Unsere Planungen lassen sich schon jetzt als eine Art hochschulübergreifender Diskurs beschreiben, der dann im September durch Sie und Euch die notwendige Erweiterung zu dem bundesweiten Fachaustausch finden wird.

Als Thema für dieses Jahr haben wir Autonomie und Abhängigkeit – Beratung an modernen Hochschulen gewählt.

            
Den Ausgleich zwischen Autonomie und Abhängigkeit zu finden, ist eine Aufgabe, die uns alle unser Leben lang auf verschiedenen Ebenen begleitet. Individuell, in sozialen Kontexten und strukturell sind wir gefordert, in diesem Kontinuum befriedigende und funktionale Lösungen zu finden, die situativ immer wieder angepasst werden müssen. Das (Arbeits-) Leben zwischen Verwaltung und Wissenschaft in Kombination mit unserem Ziel, erfolgreiche Studienverläufe von Studieninteressierten und Studierenden zu befördern, erfordert deshalb ein Innehalten und ein Betrachten der Gesamtsituation, denn diese hat sich für die Beratungsstellen der deutschen Hochschulen in den letzten Jahren deutlich verändert:

  • Ein Generationenwechsel findet statt, einige Gründer*innen der ersten Stunde gehen in den Ruhestand, viele neue und junge Kolleg*innen kommen dazu.
  • Mit Sondermitteln aus Förderprogrammen konnten an vielen Hochschulen neue, zumeist befristete Projektstellen geschaffen werden.
  • Es entsteht ein Trend, neue Stellen in der Eingruppierung abzusenken.
  • Eine Vielzahl externer Anbieter von Beratung rund um das Studium strömen auf den Markt, teilweise mit kommerziellen Interessen.
  • Andere „big player“, wie Arbeitsagentur und Kammern, entdecken die Studierenden, vor allem die Studienaussteiger als Zielgruppe.
  • Die Beratungsstruktur an den Hochschulen variiert von zentral bis dezentral und ist noch abhängiger von der Schwerpunktsetzung der jeweiligen Hochschulleitung.


Geblieben sind Studienberater*innen, die möglichst autonom ihre Abhängigkeiten leben, permanent vernetzte Studieninteressierte und Studierende auf der Suche nach dem guten Leben und Institutionen mit notorisch klammen Kassen. Es gilt also, sich zu positionieren, unsere Beratungsarbeit selbstbewusst zu kommunizieren und deren Qualität nachhaltig zu sichern. Dazu wollen wir mit unserem Programm einen Beitrag liefern.

Um allen Teilnehmer*innen die Gelegenheit zu geben, die drei beteiligten Hochschulen kennenzulernen, haben wir uns entschieden, mit dem Tagungsbüro zu wandern: Mittwoch findet die Eröffnung an der HAW Hamburg statt, Donnerstag und Freitag setzen wir die Tagung an der Universität Hamburg fort. Die Location für unser beliebtes Netzwerktreffen am Donnerstagabend wird die HafenCity Universität direkt an der Elbe sein.

Wir freuen uns auf einen regen Fachaustausch und viele spannende Diskussionen, kurzum: Wir freuen uns darauf, Sie und Euch in unserer wunderschönen Stadt zu begrüßen!

        

Das Tagungsteam aus Hamburg